Sind Sie sicher, dass das, was Sie über gute Unternehmensführung denken, richtig ist? Wer etablierte Prinzipien hinterfragt, findet die drei geheimen Schlüssel zum Erfolg, mit denen sich Wachstum und zukunftsfeste Lösungen realisieren lassen. Diese drei geheimen Schlüssel sind (1) tiefes und umfassendes Wissen, (2) Kenntnis der Erfolgsgesetze und (3) gutes Handwerk in Strategie, Führung und Umsetzung.

Unternehmensführung: Die drei geheimen Schlüssel zum Erfolg 

Sind Sie sicher, dass das, was Sie über gute Unternehmensführung denken, richtig ist? Wer etablierte Prinzipien hinterfragt, findet die drei geheimen Schlüssel zum Erfolg, mit denen sich Wachstum und zukunftsfeste Lösungen realisieren lassen. Diese drei geheimen Schlüssel sind (1) tiefes und umfassendes Wissen, (2) Kenntnis der Erfolgsgesetze und (3) gutes Handwerk in Strategie, Führung und Umsetzung.

Der große Traum: Die Welt verbessern 

Fangen wir von vorne an. Viele junge Menschen kommen mit besten Abschlüssen und voller Enthusiasmus in die Welt der großen Unternehmen. Sie haben viele Ideen und wollen die Welt zu einem besseren Platz machen. Sie sind fest davon überzeugt, dass das möglich ist. Und diese jungen Menschen sind ebenso davon überzeugt, dass ihr Engagement, Ihre Ideen und ihr Idealismus zum Erfolg führen. 

Doch schon bald holt die Realität sie ein. Die jungen Menschen merken, es geht im Unternehmen nicht nur um gute Analysen und strukturierte Arbeit, um frischen Geist und unkonventionelle Ideen. Es geht darum, das Richtige zu tun und zu sagen – was das ist, gilt es herauszufinden –, die informellen Gesetze zu beachten, Sichtbarkeit zu erlangen. Sie sehen schnell: Veränderungen werden als riskant bewertet, denn diese gefährden das etablierte Gefüge im Unternehmen. Dann bleibt es lieber so, wie es ist, oder so, wie Einzelpersonen oder Gruppen es für gut und richtig halten. Das passiert auch dann, wenn der Bedarf des Wandels offensichtlich ist und wenn Ideen dafür auf dem Tisch liegen. Denn eigentlich geht es um Macht und Anerkennung, um Positionen und (kurzfristigen) Profit. 

Es dauert eine Weile, bis die Träume der Jugend verbleichen. Doch früher oder später kommt es zu einem inneren Wandel, auch bei den einst so enthusiastischen Menschen. 

Und dann: Flucht, Resignation, Kampf 

Dieser Wandel kann in drei Richtungen gehen, je nach Präferenz und Hintergrund. Einige Menschen gehen an andere Orte, raus aus den großen Unternehmen und rein in andere Organisation, etwa den non-profit Bereich oder Start-ups. Alternativ gründen sie eine eigene Firma. Das ist der erste Weg, der der Unangepassten. Einige Menschen resignieren und fügen sich in ihr Schicksal, schwimmen mit, befolgen die ungeschriebenen Gesetze. Das ist der zweite Weg, der der Resignierten oder Angepassten. Einige Menschen erkennen schnell die Machtdynamik und nutzen diese für sich. Sie stellen ihr Fortkommen in der Hierarchie, ihre eigenen Interessen, vor gute Ergebnisse und die ursprünglichen Ideen. Hier startet der Kampf um Macht und Anerkennung. Das ist der dritte Weg, der der Kämpfer. 

Die Unangepassten 

Auf dem ersten Weg gibt es viel gute Arbeit, auch Ruhm und Anerkennung sind möglich. Es kann sein, dass man den Stempel „Exot“ bekommt, was durchaus zu einer starken Expertenpositionierung führen kann. Oder die eigene Firma bildet den Rahmen, um große Idee umzusetzen, – wenn die Vermarktung gelingt. Manche Menschen sind auf diese Weise erfolgreich. Die, denen das nicht gelingt, wandern leicht in die Kategorie der Resignierten oder der Kämpfer. 

Die Resignierten 

Die Resignierten sind die, die zunächst viel Arbeit und Herzblut investieren, um dann zu sehen, dass sie keine echten Veränderungen bewirken können. Die Folge: Sie tun das, was von Ihnen erwartet wird. Nicht viel mehr und nicht viel weniger. Ihre Erfüllung suchen Sie an anderen Stellen, im Privaten. Oder sie haben schlicht ihren Traum aufgegeben und damit ihren Esprit, ihre Freude und ihr inneres Feuer, verloren. Das sind oft die Menschen, die innerlich gekündigt haben. Und die, die genau hinsehen, bevor sie noch einmal gegen die Wand der Enttäuschung laufen. In den Unternehmen heißt das dann Widerstand. 

Die Kämpfer 

Auf dem dritten Weg ist die Arbeit auf das Vorankommen in der Hierarchie ausgerichtet. Die Positionierung, das Selbstmarketing und der deutliche Wille aufzusteigen sind die Prinzipien, um ranghohe Führungspositionen zu erlangen. Die eigenen Interessen dominieren. Auf diesem Weg kann das Ego stärker und der Wunsch nach Feedback geringer werden. Letztlich kann sogar eine Sucht entstehen: Die Sucht zu gewinnen. Diese wird sogar oft berücksichtigt, denn keiner der gleichgesinnten Kämpfer möchte selbst das Gesicht verlieren oder dies einem anderen zumuten. Die Anstrengung gilt der Macht und Anerkennung. Nachdenklichkeit, Reflexion und Verbundenheit mit anderen Menschen werden als Schwäche ausgelegt.

 

„Du kannst nicht respektvoll und reflektiert sein und an die Spitze kommen“, so erklären die Erfahrenen es den Jungen.

 

Schaden durch falsche Unternehmensführung 

Stimmt das wirklich? Nein, es ist genau anders herum. Gerade ein Mangel an Reflexion, an Verbundenheit mit den Menschen und dem Unternehmen sind die Gründe, warum Menschen nicht an die Spitze kommen oder dann, wenn sie an der Spitze von Unternehmen stehen, Schaden anrichten. Schaden in der Unternehmensführung entsteht durch Kampf statt Kooperation. Schaden entsteht durch vorgefasste Meinungen und durch Rechthabenwollen. Schaden entsteht durch Ignoranz von Menschen mit anderen Meinungen. Daraus entsteht ein Mangel an neuen Ideen und strategischen Alternativen, ein Mangel an Innovation und Wachstum. Schaden entsteht auch durch das Ausblenden von Veränderungen und durch das Fehlen von klaren Entscheidungen wie auch konsequentem Handeln. Das ist der Weg in den Niedergang. 

Das belegen Studien, die den Erfolg von Unternehmen über viele Dekaden hinweg untersucht haben (u.a. Jim Collins, „From Good to Great“ und „How the Mighty Fall“). Das belegen auch Untersuchungen über das Scheitern von Führungskräften. Primäre Gründe dafür sind weiche Faktoren wie Lernbereitschaft und soziale Kompetenzen. Das zeigen auch Untersuchungen von Unternehmen in der Krise, denn Gründe dafür sind insbesondere Strategiedefizite (u.a. Studien von Wieselhuber & Partner 2004). 

Misserfolg ist hausgemacht 

Das Gute daran ist: Die Gründe für den Schaden und Misserfolg sind hausgemacht. Es sind keine Faktoren, die von außen auf die Menschen oder Unternehmen wirken. Daher lassen sich diese Gründe aus eigener Kraft ausräumen. Doch wenn Menschen sich abwenden, resigniert sind oder kämpfen, kann es lange dauern, bis deren Grundüberzeugungen sich ändern und der eingeschlagene Weg hinterfragt wird. Bei manchen Menschen und Unternehmen passiert das nie. Noch im Untergang werden äußere Faktoren für das Dilemma verantwortlich gemacht, die Konkurrenz, die Konjunktur, die Globalisierung, … Doch Schuldzuweisungen und Begründungen führen nicht zu Wachstum und Erfolg, weder zu persönlich noch im Unternehmen.  

Die drei geheimen Schlüssel zum Erfolg 

Es gibt drei geheime Schlüssel zum Erfolg in der Unternehmensführung, mit denen sich neue Gedanken erschließen und zukunftsfeste Lösungen finden lassen. Das gilt unabhängig davon, ob man unangepasst, resigniert oder kämpferisch ist. Diese drei geheimen Schlüssel sind (1) tiefes und umfassendes Wissen, (2) Kenntnis der Erfolgsgesetze und (3) gutes Handwerk in Strategie, Führung und Umsetzung. Nur damit kann die Unternehmensführung Menschen und Organisation dahin leiten, das volle Potenzial für Wachstum zu entfalten und dauerhaft erfolgreich zu sein. 

Tiefes und umfassendes Wissen: Der erste und vielleicht kraftvollste Schlüssel ist tiefes und umfassendes Wissen. Dieser Schlüssel führt am leichtesten zu neuen Gedanken und Lösungen. Startpunkt ist das Wissen über die eigenen Stärken und Schwächen, Sehnsüchte und Ängste, den eigenen inneren Antrieb und die eigene mentale Landkarte. Denn das bestimmt die Sicht auf die Welt. Dann folgt das Wissen darüber, wie andere Menschen ticken, was diese antreibt und wie sie die Welt betrachten. Denn es braucht die vielen verschiedenen Qualitäten, um mit dem Unternehmen erfolgreich zu sein, vom Pionier, der neue Ideen liefert, bis zum Bewahrer, der das Geld zusammenhält. 

Erfolgsgesetze: Der zweite Schlüssel sind die Erfolgsgesetze. Diese sind eng mit der inneren Haltung, mit Menschen und Menschsein verwoben, lange bekannt und universal. Beispielsweise dass Erfolg ein Weg ist und nicht nur das Ziel, dass Gesundheit, Lebensfreude, Beziehungen und Kreativität wichtige Bestandteile des Erfolgs sind, dass es eine Balance von Geben und Nehmen braucht.

Gutes Handwerk in Strategie, Führung, Umsetzung: Der dritte Schlüssel, der gerne übersehen wird, ist gutes Handwerk in Strategie, Führung Umsetzung. Das startet mit der Klarheit darüber, dass diese Tätigkeiten sich lernen lassen und nicht als Talent nur manchen Menschen vorbehalten sind. In der Führung umfasst das etwa Prozesse, Aufgaben und Kompetenzen, in der Strategie Problem Solving, Denken und Frameworks. Wenn Unternehmen hier ansetzen, lassen sich 80% der heutigen Probleme lösen. Gerade die Digitalisierung benötigt dieses Handwerk dringend. Aus jedem Handwerk kann schließlich Meisterschaft hervorgehen. Das ist der Weg zu reifer Weisheit. 

Der Erwerb dieser geheimen Schlüssel für den Erfolg in der Unternehmensführung erscheint vielleicht mühsam, zumindest ungewohnt. Doch eigentlich handelt es sich „nur“ um Lernen und Weiterentwicklung. Es geht auch um eine Haltung des Dienens, also den Erfolg des Unternehmens, den Beitrag zum Ganzen, über das eigene Ego zu stellen. 

Den großen Traum realisieren, nur anders 

Jeder Erfolg beginnt mit dem (Um)Denken. Es reicht nicht mehr aus, den etablierten Gedanken hinterherzulaufen, sie getreu wiederzugeben und zu verteidigen. Heute gibt es viel mehr Wissen und das lässt sich nutzen. Wer sich diesen Weg versperrt, weil das Ego Angst davor hat, im Unrecht zu sein, der spielt bald eine Nebenrolle. Denn heute ist eine Zeit des fundamentalen Wandels. Alte Erfolgsmuster greifen nicht mehr. Die Herausforderungen der Welt schreien nach neuen Lösungen. Gerade die Erfahrenen und Machtvollen sollten daher tiefes Wissen und reife Weisheit erlangen, um neue Wege zu ebnen. Wege zu Wachstum, die von vielen Menschen gegangen werden können. 

Dann, wenn man diese drei geheimen Schlüssel zum Erfolg nutzt, kommt eines Tages die Erkenntnis, dass die Freude nicht in der Macht liegt, sondern im gemeinsamen Entwickeln von Lösungen. Lösungen, die unterschiedliches Wissen und verschiedene Blickwinkel einbeziehen, die Chancen schaffen und Perspektiven für eine bessere Zukunft eröffnen. 

Anja Henke

Anja Henke

Dr. Anja Henke ist Gründerin und Geschäftsführerin von Carpe Viam. Mit ihrem Team unterstützt die Naturwissenschaftlerin Konzerne und Mittelstand für Umsatz- und Ertragswachstum, Innovation und Marktführerschaft.
Anja Henke